Kalifornien: Bayer und BASF kämpfen gegen Gen-Label

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Am 6. November stimmt Kalifornien über die Gentechnik ab. Proposition 37 sieht vor, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel in Kalifornien gekennzeichnet werden müssen. Denn in den USA gibt es bislang – anders als in Europa – keine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel.

Die Befürworter werben mit dem Right to know für die Initiative:

Die Argumente der Gen-Lobby kommen einem bekannt vor:

Die Kampagne gegen Proposition 37 wird von Monsanto angeführt, dem weltgrößten Samenproduzenten. Mehr als 48 Millionen Dollar investiert die Lobby inzwischen, um die Kennzeichnungspflicht zu verhindern. Denn schreibt Kalifornien die Kennzeichnung vor, wird das Signalcharakter für den Rest der USA haben. Und die Konzerne wissen aus Europa, dass einmal gekennzeichnete Gen-Produkte sich kaum mehr verkaufen lassen, weil die Verbraucherinnen und Verbraucher sie schlicht links liegen lassen.

Auch zwei deutsche Konzerne mischen kräftig mit. Die Deutsche Welle hat recherchiert:

BASF und Bayer haben bislang jeweils zwei Millionen Dollar in die Kampagne gegen die Kennzeichnungspflicht in Kalifornien investiert. […] Was das Verhalten von BASF und Bayer besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass sie Millionen im Kampf gegen genau solche Regeln investieren, die auf ihrem europäischen und deutschen Heimatmarkt schon seit Jahren gelten. „Es ist empörend, dass deutsche Firmen so viel Geld ausgeben, um unser Entscheidungsrecht in Kalifornien zu torpedieren“, sagt Stacy Malkan, Pressesprecherin der California Right to Know 2012.

Mit ihren jeweils 2 Millionen Dollar stehen Bayer und die BASF auf Platz vier der Liste zahlender Konzerne – und nur hinter den US-Giganten Monsanto, DuPont und Pepsico. Immer wieder mischen Bayer und BASF ungehemmt in US-Wahlkämpfen mit und finanzieren dabei Positionen, für die sie in der deutschen Öffentlichkeit mit einem Aufschrei der Empörung rechnen müssten. Beide haben schon mit ihren Spenden an den Klimawandel leugnende Politiker dazu beigetragen, ein nationales Klimagesetz im Kongress an die Wand zu fahren. Weil unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit schadet den beiden dieses Verhalten anscheinend gar nicht.

Deshalb: Was spricht eigentlich dagegen, am Dienstag zur US-Wahl eine Foto-Aktion vor den Berliner Konzernzentralen von BASF und Bayer zu machen, die auf die knallharte Lobbypolitik in Kalifornien hinweist?

Gewinnt Proposition 37 eine Mehrheit, wäre das nach Einschätzung des deutschen Informationsdienst Gentechnik ein echter Schlag, dessen Folgen die Agrochemie-Konzerne zu Recht fürchten. Doch deren Kampagne zeigt Wirkung. Noch Ende September hatte Proposition 37 eine satte Unterstützung von fast 67% in der Bevölkerung. Die Zustimmung zur Kennzeichnung ist zuletzt auf nur noch 42% abgesackt.

(Foto von Rosalee Yagihara unter CC BY 2.0)


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